Ein Künftiger Bundespräsident in Nymphenburg?

ABRAHAMS POST, Winter 2008/09, S. 13-14

Bei einem weiteren NYMPHENBURGER GESPRÄCH, diesmal in den Stammräumen der Schweisfurth-Stiftung im Schlossrondell, nahm am 5.6. der Bündnis 90/Grüne-Politiker Cem Özdemir, Mitglied des Europäischen Parlaments und ehemaliger Bundestagsabgeordneter, zur Integrationsthematik Stellung. Dass am Tag zuvor aktuelle Fragen nach möglichen Zukunftsplänen in seiner Partei laut geworden waren, verhalf dem Termin zu einer Medienaufmerksamkeit, wie man sie sich für die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE sonst noch wünschen möchte…

Tatsächlich gelang es dem smarten und geistreichen Redner, den voll besetzten Saal nicht nur für akutes Konfliktpotential zu sensibilisieren, sondern auch dafür zu gewinnen, dass doch trotz deutschtypischen Problematisierens und Gejammers in unserer Gesellschaft auch viel Anlass zu Zufriedenheit, vielleicht sogar zu Stolz, bestehe. Die daraus resultierende Begeisterung der Zuhörer hat die Reporterin der Süddeutschen Zeitung dann allerdings ein bisschen übertrieben: Ein Herr hätte in der Diskussion geäußert, er könne sich Cem Özdemir 'in 20, 30 Jahren als Bundeskanzler vorstellen'. Er sagte 'nur': Bundespräsident.

(Stefan Jakob Wimmer)