Nymphenburger Gespräche: Auftakt mit Alois Glück

ABRAHAMS POST, Sommer 2008, S. 15

'Ein offenes Forum, um den Dialog der Kulturen und Religionen zu fördern' nennt Münchens OB Christian Ude in seinem Grußwort die neue Initiative der NYMPHENBURGER GESPRÄCHE. Der Chef des Hauses Wittelsbach, S.K.H. Herzog Franz von Bayern, meint dazu: 'Nur aus dem Verstehen des Anderen wächst Toleranz und das konstruktive Miteinander, das gestattet, die fremde Kultur und Religion ohne die Angst vor der Aufgabe des eigenen als Bereicherung zu gewinnen'. Dass er die Schirmherrschaft übernommen hat, freut die Organisatoren der neuen Dialogplattform außerordentlich. Es sind Personen aus verschiedenen Gruppen, die sich diesen Zielen verpflichtet fühlen, sie kommen vom Interkulturellen Dialogzentrum München (IDIZEM e. V.), von Pax Christi, von der Münchner Volkshochschule, der Evangelischen Stadtakademie, von der Stelle für interkulturelle Arbeit der Landeshauptstadt, und von den Freunden Abrahams.

Zum Auftakt am 13. November konnten wir den Präsidenten des Bayerischen Landtags, Alois Glück, als Referenten gewinnen. Unter 'Der Fremde - eine kulturelle Herausforderung' sprach er von wichtigen Chancen, aber auch von Ängsten, die oft nicht real begründet sein mögen, die aber gleichwohl real vorhanden sind und ernst genommen werden müssen. Er erhielt als Dankeschön eine verkleinerte Nachbildung eines Moriskentänzers: dem Ursprung des Tanzes aus dem maurischen Andalusien nach stellen die Figuren frühe Migranten, mit muslimischem Hintergrund, dar, die heute wie ein Wahrzeichen Münchens empfunden werden.

Über den 'Reichtum der Kulturen - Beitrag der Migranten' referierte Ercan Karakoyun, Stadtsoziologe aus Berlin und Leiter des dortigen Forums für interkulturellen Dialog, zwei Wochen später, und am 12. Dezember schloss der Zeit-Journalist Jörg Lau zur Frage nach 'Die Medien als Integrationsbremse?' die erste Vortragsstaffel ab.

Ihrem Namen verpflichtet finden die NYMPHENBURGER GESPRÄCHE in den anspruchsvollen Räumen, die die Schweisfurth-Stiftung in einem der Chevalier-Häuser des Schlossrondells bietet, einen denkbar passenden Rahmen. Der Weg nach Nymphenburg wird sich auch zu den künftigen Veranstaltungen lohnen!

(Stefan Jakob Wimmer)